Die Ode an den Boskop

 

Freude, schöner Boskop, roter,
Feind des Weltbananentums,
Nur mit deutschem Fruchtaroma,
Freuest Du und labest uns.
Unsre Zungen finden wieder,
Was die Südfrucht uns geraubt,
Alle Menschen werden Brüder,
Dort, wo Du wirst angebaut.

 

Wer das große Los gezogen,
Eines Boskops Freund zu sein,
Wer den Duft hat eingesogen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja - wer auch nur einen Apfel
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer keinen aß, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!

 

Boskop essen alle Wesen
An den Bäumen der Natur,
Alle Guten, nie die Bösen
Folgen seiner roten Spur.
Nahrung gibt er uns und Leben
Einen Freund, geprüft im Tod.
Fallobst ward dem Wurm gegeben,
Kernfaul stürzts ihn in die Not.

 

Boskop heißt die Zukunft wieder
In der ewigen Natur.
Boskop, Boskop treibt die Räder
In der Machtapparatur.
Bäume wachsen aus den Keimen,
Äpfel aus den Ästen dann,
Und kein deutscher Mann soll klagen,
Dass er Dich nicht haben kann!

 

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt er das Fallobst an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Boskops Bahn.
Auf des Apfels Sonnenberge
Sieht man rote Fahnen wehn,
Alle Apfelmusmaschinen
Hier für braunes Fallobst stehn!

 

Äpfeln kann man nicht vergelten,
Schön wär’s, ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Sie solln sich des Apfels freun.
Südfrucht, Fallobst sei’n vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn,
Wenn wir hier das Fallobst pressen,
Südfrüchte gen Süden flieh’n!

 

Fruchtsaft sprudelt in Pokalen,
Unsres Boskops gelbes Gut
Trinken Südfrucht und Nazissen,
Immer doch nur Fallobstblut!
Brüder, steht für euren Apfel,
Nur nicht, wenn er Holger heißt,
Lasst den Saft zum Himmel spritzen,
Wenn in Boskops Frucht ihr beißt.

 

Festen Biss in schwerem Leiden,
Hülfe, wo das Fallobst weilt,
Apfelsaft geschwor'nen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Apfelhainen,
Brüder, gält es Saft und Kern,
Zum Verdienste dieses Apfels,
Musen wir das Fallobst gern!

 

Wemaflo, Netzmeister des Gaues
Streuobstwiesen Niedersachsen-Bremen